Festspielhaus - Wer legt los? Notizen aus B.

Sie war schon einmal mehr Vergangenheit als gestern Abend beim offiziellen des Beethovenfestes 2010: die alte Beethovenhalle. Nach dem OB-Planungsstopp für ein neues Festspielhaus werden sich Künstler und Musikfreunde noch viele Jahre mit dem Nachkriegsbau begnügen müssen. Natürlich schmeckte den meisten VIPs und Ehrengästen der Sekt beim tête-à-tête nach dem Eröffnungskonzert auf der Terrasse trotzdem ausgezeichnet. Aber auf die naturgemäß oft gestellte Frage, wie denn nun genau der Stand der Dinge in Sachen Neubau sei, gab es viele unterschiedliche und vor allem sehr unbefriedigende Antworten.

Man ahnt: Das ambitionierte Vorhaben könnte still und heimlich in der Versenkung verschwinden. Und damit auch bis zu 150 Millionen Euro, die von privaten Investoren und über eine Stiftung in Bonn und nicht in Köln, Hamburg oder München ausgegeben werden sollte. Ein Weckruf der Verantwortlichen aus Stadt und Politik ist nicht zu hören, stattdessen macht sich Resignation breit. Wir fragen: Wer stellt sich nun an die Spitze der Idee Festspielhaus? Wer moderiert eine Debatte, an deren Ende ein inhaltliches Kunstkonzept steht, das sowohl von der Bonner Kulturszene als auch von breiten Teilen der Bevölkerung getragen wird und trotzdem der Grundidee, nämlich eine herausragende Konzerthalle zu bauen, folgt? Wer hält die Investoren bei Laune? Und vor allem: Wer macht Druck und legt los? Denn eines ist sicher: Warten, bis der städtische Haushalt saniert ist, können wir nicht. (…)

Andreas Mühl im General-Anzeiger Bonn, 11./12. September 2010

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