"Bonner, wacht auf!"

Unvermindert großes Interesse der Beethovenfest-Besucher und -Künstler am Festspielhaus - Stadt muss schnell entscheiden

Die Zustimmung ist nach wie vor groß: Beim Beethovenfest gastierende Künstler und Konzertbesucher nehmen das Modell der „Welle" von François Valentiny, ausgestellt am Stand der Fest.Spiel.Haus.Freunde im Foyer der Beethovenhalle, interessiert zur Kenntnis und fragen nach dem Stand der Dinge. Allein in zwei Wochen des Beethovenfestes haben dort über 500 Menschen unterschrieben, dass sie für den Bau eines neuen Festspielhauses sind und die Stadt auffordern zu handeln. Ilona Schmiel, Intendantin des Beethovenfestes, stellte die Aussagen von international bekannten Künstlern vor, die alle den Tenor haben: Die Beethovenstadt Bonn hat einen neuen, akustisch und architektonisch hervorragenden Konzertsaal verdient, braucht ihn auch dringend, um in Zukunft bei der Kultur wettbewerbsfähig zu bleiben, und würde daraus vielfachen Nutzen ziehen.

Beim momentanen Stillstand in Bonn (Stichwort WCCB) kommt es nun darauf an, dass eine breite Bewegung aus der Bevölkerung den Rat der Stadt Bonn dazu bringt, sehr bald eine Entscheidung zu treffen. Bald heißt: spätestens 2011, sonst drohen alle zugesagten Sponsorengelder endgültig verloren zu gehen. Die Telekom hat bereits erklärt, sie wolle zwar den Betrieb, aber nicht mehr den Bau finanziell unterstützen. Die Deutsche Post steht nach wie vor zu ihrer Zusage, den Bau mit anderen Sponsoren zusammen privatrechtlich zu bauen und zu finanzieren. Viele Besucher des Beethovenfestes äußerten die Sorge, „dass öffentliche Bauten doch immer viel teurer als geplant werden". Monika Wulf-Mathies, Vorsitzende der Fest.Spiel.Haus.Freunde, und andere Mitglieder entgegnen dem immer wieder: „Hier wird privatrechtlich gebaut, und die Sponsoren haben zugesagt, schlüsselfertig zu bauen. Das ist der große Unterschied auch zum WCCB!" Die fertigen Pläne und veranschlagten Kosten für die beiden Entwürfe, Zaha Hadid oder Valentiny, wurden bereits im Februar von drei externen Stellen unabhängig voneinander geprüft und von den Sponsoren als machbar eingestuft.

Wulf-Mathies appellierte an die Bonnerinnen und Bonner, sich aktiv und öffentlich für ein neues Konzerthaus am Rhein einzusetzen. „Nur wenn klare und deutliche Signale aus der Bürgerschaft kommen, gibt es noch eine Chance auf Realisierung des Projektes. Der Bau muss und kann nicht im kommenden Jahr beginnen, aber die Weichen müssen in den nächsten Monaten, spätestens bis Ende 2011, gestellt werden. Bonner, wacht auf!", so ihr flammender Appell.
Bonn, 1. Oktober 2010

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