Festspielhaus-Galerie schließt mit Abschiedsfest – Verein will mit den Bürgern weiter für das Festspielhaus kämpfen
Bonn, 21. Mai 2010
Die Enttäuschung ist nach wie vor riesig, die Entscheidung erntet immer noch ein Kopfschütteln voller Unverständnis: Beim Abschiedsfest der Fest.Spiel.Haus.Freunde von der Festspielhaus-Galerie am Donnerstag brachten viele Gäste erneut ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass die Stadt Bonn die große Chance zum Bau des neuen Konzertsaals „so mir nichts dir nichts und ohne Ratsvotum in den Wind geschrieben hat", so einer der Besucher. Die Vereinsvorsitzende Monika Wulf-Mathies beschwor in ihrer Rede auch weiterhin die Vision eines Festspielhauses. „Trauer ist zwar das Motto des heutigen Abends, aber mit Trauer können wir uns nicht lange aufhalten. Das neue Ziel ist die Eröffnung für das Jahr 2020!" sagte sie, und verband ihren Dank an die Sponsoren Telekom, Post und Postbank mit der eindringlichen Bitte: „Bestrafen Sie nicht die Bürgerinnen und Bürger dafür, dass Bonns Verwaltungsspitze eine kurzsichtige Entscheidung getroffen hat!". Auch Beethovenhaus und Beethovenfest seien nur durch tatkräftige Selbsthilfe der Bürger initiiert und gerettet worden, nun seien die Bonnerinnen und Bonner offenbar wieder gefragt.
Am Donnerstagabend wurde viel über die zukünftigen Pläne diskutiert, es wurde aber auch weiterhin der Frust und die Enttäuschung über die Entscheidung des Oberbürgermeisters deutlich. „Wann bekommt Bonn endlich ein Konzerthaus, in dem sich auch die Jugend wohlfühlt? Viele Schüler gehen nie in die für sie völlig unattraktive Beethovenhalle, ein Publikum für morgen bekommen wir so nie!" sagte Uwe Gäb, Leiter der Städtischen Musikschule Bonn. Volker Kriegsmann, Oboist beim Beethoven Orchester Bonn, fallen nur die Reime aus seinem Karnevals-Lied ein: „ … sons schwemp dat schöne Fessspillhaus janz flöck der Ring erav" aber lustig findet das jetzt keiner mehr, sondern nur noch unfassbar enttäuschend.
‚Wegen Trauerfall geschlossen‘ war das Motto der Feier, mit der die Galerie bereits fünf Wochen nach ihrer Eröffnung wieder aufgegeben werden musste. Die Räume sollten die Basis für eine breit angelegte Informationskampagne im Hinblick auf die von OB Jürgen Nimptsch ursprünglich angekündigte Bürgerbefragung zum Festspielhaus sein. Der Abend mit Musik und vielen Gesprächen bedeutete Abschied von den Räumen, nicht aber von der Idee des Beethoven Festspielhauses. Der Verein arbeitet deshalb natürlich weiter.
Die Fest.Spiel.Haus.Freunde wollen in den kommenden Wochen intensiv beraten, eine Mitgliederversammlung einberufen und ein Konzept erarbeiten, wie der Verein in Bonn, aber auch national und international Verbündete für einen angemessenen Umgang mit dem Erbe Beethovens gewinnen und die Zukunft der Beethovenstadt Bonn sichern kann. Anregungen sind jederzeit willkommen, die Webseite und die Mailadresse „info@festspielhausfreunde.de" dienen weiterhin als Anlaufstelle für Kontakte.
Fotos: HD Weber