Fragen & Antworten

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Warum ist das Festspielhaus gerade jetzt ein Thema?

  • Im Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag von Ludwig van Beethoven zum 250. Mal, im Jahr 2027 ist sein 200. Todestag. Das ist eine große Chance, als Beethovenstadt internationale Gäste anzuziehen!
  • Jetzt sind Sponsoren bereit, den Bau zu finanzieren.
  • Jetzt will der Bund 39 Mio. Euro an Stiftungskapital einbringen.
  • Nachdem das Thema im April 2010 von der Stadt „auf Eis gelegt wurde", ist es nun wieder aktuell: Die Verwaltung hat den Auftrag erhalten, alle Fakten zusammenzutragen und offenen Frage zu prüfen, damit nach der Sommerpause 2011 eine endgültige Entscheidung im Rat getroffen werden kann.
  • Es gibt Signale von den Sponsoren und von dem Bund, dass die Zusagen im Jahr 2012 nicht weiter aufrecht erhalten werden.

Bonn hat mit der Beethovenhalle doch einen Konzertsaal?

  • Die Beethovenhalle ist im Vergleich zu anderen Konzerthäusern nicht mehr geeignet, um Bonns Ausstrahlung als Beethovenstadt weiter zu stärken. Sie war in Anbetracht der schwierigen Nachkriegsjahre nicht als Konzertsaal, sondern als Mehrzweckhalle gebaut worden – diesen Anforderungen hat sie genügt.
  • Die Anforderungen haben sich jedoch geändert.Bonn hat einen gelungenen Strukturwandel hinter sich: von der Hauptstadt zur deutschen UN- und Beethovenstadt.
  • Die Beethovenhalle hat eine mäßige Akustik, die für Konzerte nicht optimal ist, und der Sanierungsstau ist aufgrund der schwierigen finanziellen Lage Bonns riesig. Das Publikum bekommt im besten Fall nicht mit, unter welchen problematischen wenn nicht unwürdigen Bedingungen hinter der Bühne von Personal und Künstlern gearbeitet werden muss. Es wird in Zukunft immer schwieriger, weltweit bekannte Künstler und Orchester nach Bonn zu verpflichten. Eine Renovierung muss allein aus städtischen Mitteln getragen werden – wie umfangreich diese auch werden würde.

Die  Beethovenhalle soll zugunsten des Festspielhauses abgerissen werden. Warum wählt man nicht einen anderen Standort?

  • Die Fest.Spiel-Haus.Freunde weisen in einem dringlichen Appell an die Stadtspitze und den Rat der Stadt darauf hin, dass der Bau eines Beethoven-Festspielhauses nicht an der Standortfrage scheitern darf. Wenn der Standort Beethoven-Halle politisch nicht durchsetzbar ist, muss die Stadt einen neuen Standort festlegen und - sofern dies anders nicht möglich erscheint - durch einen Ratsbürgerentscheid vorantreiben. Wer davon träumt, Bonn zur Kulturhauptstadt Europas machen zu wollen, muss dafür zunächst zu Hause seine Schularbeiten machen. Ohne einen adäquaten Ort für die Beethoven-Pflege und ein deutliches Bekenntnis zu kulturellen Investitionen als wesentliches Element im Standortwettbewerb bleiben Bonner Kulturhauptstadtträume Illusion.
  • Der Betrieb zweier Spielstätten ist allerdings finanziell schwer vorstellbar. Die dringend notwendige Sanierung der Beethovenhalle steht dann in jedem Fall an. Die Stadt muss entscheiden, was machbar ist.

Warum stehen die Sponsoren nicht für eine Renovierung zur Verfügung?

  • Es geht um ein nationales Projekt mit internationaler Strahlkraft, um Beethoven und seine Geburtsstadt Bonn als Repräsentanten deutscher Musik, nicht um die Renovierung einer Mehrzweckhalle. Dies könnten die Sponsoren auch ihren Aktionären gegenüber nicht vertreten – weil man damit nicht weltweit für den Konzern werben kann.
  • Ein Festspielhaus mit seinem breiten Veranstaltungsangebot der musischen Unterhaltung und Bildung sowie der Gastronomie ist ein wichtiger Standortfaktor, die Stadt wird attraktiver – für die Bürger, für neue Bewohner, für Touristen aus In- und Ausland, und für Investoren. Das hat für die drei Unternehmen ebenso große Bedeutung wie für künftige Ansiedlungen in der UN- und Wissenschaftsstadt.

Warum wurde bei dem Architekturwettbewerb nicht ein Entwurf ausgewählt, der die Beethovenhalle integriert, z.B. von Chipperfield?

  • Das Auswahlgremium in dem mehrstufigen Architekturwettbewerb war mit hochkarätigen Fachleuten aus Architektur, Akustik, Stadtverwaltung, Bau und Betrieb besetzt.  Diese haben die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, sondern intensiv Vor- und Nachteile der einzelnen Entwürfe abgewogen. Wesentlicher Bestandteil waren auch verschiedene extern durchgeführte Prüfverfahren durch unabhängige Gutachter. Das Ziel war: herausragende Architektur und Akustik.

Die Stadt ist pleite, soll aber etwa 3 Mio. Euro zum Betrieb zuschießen. Das ist viel Geld?

  • An unmittelbaren Kosten für die Stadt ist das auf den ersten Blick viel Geld. Aber auch die Beethovenhalle kostet im Moment Geld: ca. 1,5 Mio € jährlich an Zuschuss und zusätzlich die Kosten für die Bauunterhaltung, die in den nächsten Jahren aufgrund des Sanierungsstaus hoch sein werden (allein 2011: 1,7 Mio €; 2012: 1,1 Mio €). Das heißt: Wenn ein Festspielhaus an Stelle der Beethovenhalle errichtet würde, entstünden nur geringe Mehrkosten, nämlich z.B. 400.000 € in 2012.
  • Wenn ein Festspielhaus an einem anderen Ort gebaut wird, muss die Stadt ausrechnen, ob sie die Kosten für beide Hallen tragen kann. Wenn es ein Festspielhaus gibt, gewinnt die Stadt aber etwas sehr Wichtiges: Sie bekommt einen Konzertsaal, der in einer Liga mit der Berliner Philharmonie und dem Wiener Musikverein spielt und viele neue Besucher aus aller Welt nach Bonn holt. Davon profitieren nicht nur zahlreiche Branchen wie Hotellerie, Gastronomie oder Taxigewerbe direkt, sondern durch die Aufwertung des Standorts auch die Wirtschaft insgesamt.
  • Das Haus wird die Aufmerksamkeit auf Bonn und die Region lenken, auf die beeindruckende Museumslandschaft, aber auch auf die zahlreichen anderen Bühnen, auf die Einrichtungen der Wissenschaft und Politik. Von dieser Dynamik profitieren alle Bürgerinnen und Bürger, denn das Beethoven Festspielhaus macht die Stadt attraktiver, lebenswerter, lebendiger und bunter.
  • Die Aufwertung des Standortes zieht neue Einwohner und Unternehmen an. Das damit einhergehende Steuereinkommen ist die Grundlage dafür, dass Bonn auch in Zukunft wichtige soziale und kulturelle Angebote ermöglichen kann.
  • Der indirekte Gewinn für die Stadt ist deshalb nicht hoch genug zu bewerten.
  • Nur mit Investitionen in die Zukunft Bonns kann die Stadt sich weiter als attraktiver Standort präsentieren.

Leiden darunter die anderen kulturellen Einrichtungen?

  • Im Gegenteil. Durch das Festspielhaus werden auch die anderen kulturellen Einrichtungen der Stadt wie Museen, Oper oder Theaterszene aufgewertet und gewinnen neue Besucher aus dem In- und Ausland.

Warum legt man Oper und Festspielhaus nicht zusammen?

  • Die Planungen für das Beethoven Festspielhaus wurden seitens der Stadt und der Bausponsoren seit mehr als fünf Jahren engagiert vorangetrieben. Wer jetzt fordert, Oper und Festspielhaus zusammenzulegen, nimmt in Kauf, dass die Ergebnisse dieser detaillierten Planung und insbesondere auch das aufwändige Architekturauswahlverfahren umsonst gewesen sind.
  • Die Zusagen der Sponsoren und vor allem des Bundes bestehen nur für die Förderung des national bedeutsamen Kulturprojektes Beethoven Festspielhaus, nicht für Einrichtungen wie Oper oder Schauspiel, die in der Regel von den Kommunen getragen werden. Wer diese Diskussion vorantreibt, wird am Ende mit einem sanierungsbedürftigen Opernhaus und einer sanierungsbedürftigen Beethovenhalle da stehen – und ohne Festspielhaus.

Was wäre so schlimm daran, wenn das Festspielhaus nicht käme?

  • Die Stadt darf in ihrer Entwicklung nicht stehen bleiben, wenn sie auch für künftige Generationen attraktiv sein will. Auch die hier ansässigen großen Firmen können in Zukunft nur dann hervorragende Mitarbeiter gewinnen, wenn der Standort Bonn attraktiv ist. Die Stadt Bonn würde damit eine einmalige Chance und sehr viel Geld zur Aufwertung ihrer Infrastruktur verschenken. Verloren wären die Investitionsgelder der Bausponsoren, verloren wären 39 Mio. Euro Stiftungsgelder vom Bund und mindestens weitere 8 Mio. der anderen Stifter.
  • Alle diese Zusagen sind an ein Festspielhausgebunden, das der Pflege und dem Andenken Beethovens als nationale Aufgabe dient.
  • Ohne nachhaltige Investitionen in seine Infrastruktur und damit die Lebensqualität droht Bonn mittel- und langfristig ein Bedeutungsverlust und damit ein herber Rückschlag. In Zukunft wird sich Bonn stärker als bisher um seine Entwicklung selbst kümmern müssen - als Kulturstandort genauso wie als UN- oder Wissenschaftsstadt.
  • Wer sich gegen das Festspielhaus ausspricht, und damit gegen die einmalig günstige Gelegenheit, den Standort Bonn substantiell aufzuwerten, wendet sich gegen eine zukunftsgewandte Entwicklung der Stadt und gefährdet die großen Erfolge aus dem Strukturwandel der letzten 15 Jahre, auf die Bonn und seine Bürger stolz sein können.
  • Kooperationsangebote, die wesentliche Vorteile bedeuten, sollte die Stadt nicht ohne Grund ausschlagen. Bonn als einzige authentische Beethovenstadt in Deutschland hat nicht nur eine besondere Chance, sondern auch eine Verpflichtung.