Bis Phase 2 dabei

Rhein-Kristall

Arata Isozaki & Associates

Arata Isozaki entwirft große - nur auf den ersten Blick ungeordnete - Kristallformen für das Rheinufer. Doch der Aufbau des »Rhein-Kristalls« ist sehr klar: Denkt man die Formen unter der Erde weiter, handelt es sich um fünf ineinander verschränkte Dodekaeder, also Würfel mit zwölf Flächen: Zwei größere, massive mit einer Hülle aus hellen Natursteinpaneelen für die Konzertsäle und drei aus Glas, die ihnen vorgelagert sind. Durch die äußere Form lässt sich der große Konzertsaal an der Westseite, der das Kristallgebirge überragt, leicht vom kleinen Konzert- und Probensaal an der Nordseite unterscheiden.

Der Entwurf wurde durch die Überarbeitung erheblich verändert: Plante Isozaki in der ersten Phase, Funktionsgebäudeteile der alten Beethovenhalle zu erhalten, ist nun der komplette Abriss vorgesehen. Die Kristallform, die zuvor nur für den großen Konzertsaal gedacht war, wird nun auch für den kleinen verwendet; gläserne Foyers auf verschiedenen Ebenen vervollständigen das Ensemble.

Der große Konzertsaal ist auf einem gleichmäßigen Sechseck als »Vineyard« angelegt. Das Auditorium öffnet sich in einem blendenden Weiß. Wandflächen und Rangbrüstungen folgen mit ihren Neigungen und Linien der Kristallform, wie auch die hohe Decke. Im Zentrum des Raumes formieren sich die Orgelprospekte hinter dem weit in das Auditorium hineinreichenden Konzertpodium. Durch die zentrale Platzierung der Bühne kann sich der Klang in den Raum hinein entfalten. Der Platz für den Chor liegt zwischen Publikumsrang und Bühne.

Form und Maximum-Kapazität großer Saal: „Vineyard" ; 1.586 Plätze
Form und Maximum-Kapazität kleiner Saal: „Shoebox", 518 Plätze
Material Neubauten: Naturstein, Stahlrahmen und Glas

www.isozaki.co.jp

Das Beethoven Plateau

Richard Meier & Partners

Richard Meier platziert ein strahlendes, offen strukturiertes Ensemble aus kubischen Formen parallel zum Rhein. Klar ablesbar ist das räumliche Programm: Der Quader des großen Konzertsaals ist deutlich aus den ihn flankierenden, niedrigeren Gebäudeteilen herausgelöst. Auch aus der Flucht der Fassade ragt er hervor. Der kleine Konzert- und Probensaal, parallel zum großen angeordnet, erhebt sich als kompaktere skulpturale Form zum Park - dem »Beethoven Plateau« - hin.

Meier hat sein Gebäude in der Überarbeitung deutlich sichtbar verändert: Im Unterschied zum hermetischeren ersten Entwurf wirkt die rheinseitige Fassade nun, als sei ein Vorhang zur Seite gezogen worden. Zwei breite Fensterbänder aus Glas geben den Blick in den Wandelgang vor dem großen Konzertsaal frei. An der Oberkante des Konzertsaal-Kubus ist eine über die ganze Breite gezogene nach innen geknickte Flügelform eingeschnitten, die zusätzliches Tageslicht einfallen lässt und die Rechteckform aufbricht.

Der große Konzertsaal ist nach dem Prinzip der »Shoebox« als langes Rechteck gestaltet. In seinem Zentrum schweben die fein gestaffelten Orgelpfeifen in einer offenen Rechteck-Form über der Bühne - gehalten von dem an allen Seiten umlaufenden Balkonband des 3. Rangs. Zwischen Orgeltisch und der weit in den Raum hineinragenden Bühne sind die Sitzreihen für den Chor gelegt. Der helle, warme Farbton des Holzes mischt sich mit den weißen Wandpartien im oberen Teil und dem einströmenden Tageslicht.

Form und Maximum-Kapazität großer Saal: „Shoebox" ; 1.603 Plätze
Form und Maximum-Kapazität kleiner Saal: „Shoebox", 500 Plätze
Material Neubauten: weiße Metallblenden, Glas

www.richardmeier.com

Die Broschüre mit den vier Entwürfen aus Phase II gibt es hier als pdf.